Haustiere für Kinder

Wellensittiche
Melopsittacus undulatus

Der Wellensittich bevölkert schon seit über 150 Jahren die europäischen Wohnzimmer, sein zutrauliches Verhalten und die einfache Pflege machen ihn zu einem beliebten Stubenvogel. Durch intensive Zuchtauswahl sind aus den ursprünglich grünen Ziervögeln viele neue Farbmutationen entstanden. Leider hat die intensive Zucht auch dazu geführt dass der Wellensittich heute nicht mehr so alt wird wie er könnte. Schon im jungen Alter von drei bis sechs Jahren entwickeln viele Wellensittiche Tumore und erreichen damit leider keine 15-20 Jahre mehr.

Foto: © Carola E. / PIXELIO

Unterbringung

Der Käfig zur Pflege von zwei bis vier Wellensittichen muss mindestens einen Meter lang und jeweils einen halben Meter hoch und tief sein. Kleinere Käfige sind lediglich Hüpfkäfige, denn um von Sitzstange zu Sitzstange zu kommen reicht dem Wellensittich ein kleiner Hüpfer. Wirklich schön fliegen können Wellensittiche in einem 1m-Käfig zwar auch noch nicht, aber ein paar Flügelschläge sind es immerhin. Um lange fit und gesund zu bleiben benötigen Wellensittiche täglich mehrere Stunden Freiflug in der Wohnung.

Der Gitterabstand sollte nicht mehr als 1cm betragen.

Die üblichen Zoohandels-Käfige enthalten meist einige Sitzstangen aus Plastik oder Hartholz, um Fußprobleme bei den Wellensittichen zu vermeiden ist es empfehlenswert diese gegen frische Äste auszutauschen. Gut eignen sich dafür Zweige von Obstbäumen, Weide, Linde, Birke oder Pappel.

Sand als Einstreu?

Die Standart-Einstreu für Wellensittiche ist Vogelsand. Dieser hat auch immer gleich etwas Grit eingemischt, den die Ziervögel zur Verdauung unbedingt brauchen. Doch dient der Sand in erster Linie natürlich dem Auffangen des Vogelkots. Zwischen diesem Kot soll der Vogel also sein Grit suchen? Das ist natürlich unhygienisch. Mein Tipp daher: Bieten Sie Grit (gibt auch auch pur im Zoohandel) in einem Extra-Schüsselchen an. Der Boden kann dann auch problemlos lediglich mit Zeitungspapier ausgelegt werden. Das ist einfach zu entsorgen und kostet nichts extra in der Anschaffung. Für die fliegenden Vögelchen ist es letzlich egal ob sie über Zeitung oder über Sand fliegen.

Um den Wellensittichen trotzdem die Möglichkeit zu geben Grit im Sand zu suchen und auch mal ein Sandbad zu nehmen, kann man eine Schale mit etwas Vogelsand im Käfig aufstellen. Diese wird so positioniert, dass sie unter keiner Sitzstange ist. So wird eine Verschmutzung mit Kot weitesgehend vermieden.

Foto: © gistii / PIXELIO

Ernährung

Das im Handel erhältliche Wellensittich-Futter besteht aus einer Mischung verschiedener Sämereien. Es kann als Grundlage verfüttert werden, da es jedoch zu wenig Kalzium und zu wenig Vitamin A enthält um einen Wellensittich auf Dauer gesund zu erhalten, muss im Käfig eine Kalzium-Quelle vorhanden sein. Gerne knabbern Wellensttiche an Sepia-Schalen um Kalzium aufzunehmen, außerdem können sie daran ihren Schnabel gut abwetzten, so dass dieser nicht zu groß und unförmig wird. Zur Vitamin A-Versorgung eignet sich geriebene Karotte sehr gut, sie sollte täglich angeboten werden. Außerdem fressen Wellensittiche auch gerne frische Wildkräuter wie Löwenzahn und Vogelmiere. Gelegentlich kann man ihnen als Leckerbissen auch süßes Obst wie Apfel oder Birne anbieten.

Wellensittiche, vor allem die Weibchen, neigen stark zur Verfettung, daher sollten in der Saatmischung nur wenige Ölfrüchte, wie Mohn oder Negersaat, enthalten sein. Die Körnermenge für einen gesundem Wellensittich sollte zwei gehäufte Teelöffel pro Tag nicht überschreiten. Ein normalgewichtiger Wellensittich bringt 35-40g auf die Waage, bei zu reichhaltiger Fütterung kann man ihn jedoch auf über 100g "mästen". Ab etwa 65g kann ein Wellensittich bereits nicht mehr fliegen, was ein Abnehm-Programm deutlich erschwert, da fliegen sehr energieaufwändig ist. Mit reduzierter Fütterung und viel Freiflug purzeln die Pfunde beim Wellensittich schnell, mehr als 2-3g pro Woche sollte es allerdings nicht sein, um den kleinen Vogelkreislauf nicht zu stark zu strapazieren.

Foto: © Thomas Max Müller / PIXELIO

Wo bekomme ich Wellensittiche?

Der erste Gang führt viele Wellensittich-Käufer sicher in den Zoohandel, doch es gibt auch Alternativen: Züchter, Tierheime und Abgabetiere aus Kleinanzeigen. Meine Empfehlung ist es Wellensittiche bei einem kleinen privaten Züchter zu kaufen, bei dem die Wellensittiche mit Familien-Anschluß flügge geworden sind. Im Internet und in Tageszeitungen werden diese bereits zahmen Wellensittiche oft angeboten, obschon der Preis oft höher als für ein Wellensittich vom Massenzüchter oder Zoohändler sein kann. Aber Vorsicht: Achten Sie darauf dass die Wellensittiche beringt sind, ansonsten handelt es sich um eine illegale Zucht.

Buchtipps

Ein schöner Einsteiger-Ratgeber für Wellensittiche ist "Wellensittiche: Halten, pflegen, beschäftigen" von Bernhard Größle. Das tolle an diesem Buch: Es gibt mehrere QR-Codes mit denen man zusätzliche Informationen als Video aufrufen kann. Falls man kein Smartphone hat, das QR-Codes lesen kann, kein Problem: es stehen immer die entsprechenden Links dabei.

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Etwas ausführlicher ist der Ratgeber "Meine Wellensittiche" von Rainer Niemann. Er enthält ebenso Extra-Seiten für Kinder.

"Meine Wellensittiche: Rund um den Welli. Gut versorgt. Natürlich gesund. Spiel und Spass. Verhalten verstehen" bei Amazon kaufen!

 

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